Techniklexikon

  • Akklimatisierungsmanager
    Bei vielen Menschen, die sich erstmals für das Tragen eines Hörsystems entscheiden, ist ein gewisses Maß an Hörentwöhnung festzustellen. Eine Einstellung des Hörgerätes, die den Hörverlust von Anfang an komplett ausgleicht, wird zu Beginn der Anpassung meist abgelehnt. Eine langsame schrittweise Erhöhung der Verstärkung fördert dagegen die Spontanakzeptanz. Der Akklimatisierungsmanager ermöglicht eine automatische Verstärkungsanpassung über einen wählbaren Zeitraum verteilt und dadurch eine sanfte Gewöhnung an die benötigte Verstärkung.

  • Akku-Technik
    In einigen Hörsystemen werden Akkus, also wieder aufladbare, umweltfreundliche Energiequellen, eingesetzt. Zum Teil sind die Akkus fest eingebaut, zum Teil sind sie auswechselbar in Batterieform. Die Aufladung erfolgt regelmäßig – meist über Nacht - in einer Ladestation über Kontakte oder ein induktives Ladeverfahren. Die Ladestation hat oft zusätzlich eine Trockenfunktion. Die elektronischen Bauteile der Hörgeräte werden so gleichzeitig vor Schäden durch Feuchtigkeit geschützt.

  • Anpassverfahren
    Für den optimalen Ausgleich verschiedener Hörverluste gibt es unterschiedliche Lösungsansätze (Algorithmen), nach denen Hörsysteme eingestellt werden. Zur Auswahl stehen allgemeine Anpassverfahren, die von unabhängigen Wissenschaftlern entwickelt wurden und herstellerspezifische Varianten. Für die Berechnung der Anpassformeln werden Faktoren wie z.B. die Art des Hörverlustes, Alter und Geschlecht des Hörgeschädigten, seine Erfahrung mit Hörgeräten und der Charakter der Sprache berücksichtigt.

  • Audioschuh
    Als Zubehör gibt es für viele Hörsysteme Audioschuhe. Das sind kleine Adapter, die an das Hörsystem gesteckt werden und den direkten Anschluss von externen Geräten wie z.B. > FM-Anlagen, MP3-Player, Stereoanlagen, etc. an das Hörsystem ermöglichen.

  • Ausgangspegelbegrenzung
    Jeder Mensch hat eine individuelle Unbehaglichkeitsschwelle in Bezug auf lauten Schall. Töne oder Geräusche, die lauter sind als diese Grenze, empfindet er als unangenehm. Hörgeräte haben deshalb Ausgangspegelbegrenzungen, also Regelungen, die verhindern, dass der verstärkte, ausgehende Schall die gemessene Unbehaglichkeitsschwelle des Hörsystemträgers überschreitet.

  • Bandbreite
    Das gesunde Gehör eines jungen Erwachsenen kann Töne im Frequenzbereich zwischen ca. 20 Hz und 20 000 Hz (20 kHz) wahrnehmen. Den Übertragungsbereich eines Hörgerätes bezeichnet man als Bandbreite. Je größer die Bandbreite, desto mehr entspricht das Hören damit dem natürlichen Gehör. In modernen Hörsystemen sind obere Frequenzbereichsgrenzen von über 10 kHz möglich. Vorteile einer großen Bandbreite sind ein natürlicher Klang, besseres Richtungshören, besseres Sprachverstehen im Lärm und ein vollerer Klang beim Musikhören.BassanhebungGerade bei Anpassungen mit offenen Ohrstücken oder bei der Übertragung von externen Schallquellen mittels Bluetooth kann ein Klangdefizit im Tieftonbereich entstehen. Die Bässe sind im Verhältnis zu leise. Eine adaptive Anhebung des Bassbereiches ohne Beeinflussung des Hochtonbereiches z.B. bei Nutzung der Bluetooth-Übertragung kann dieses Defizit ausgleichen. Basstöne können auch virtuell erzeugt werden, indem Obertöne zu den fehlenden Grundtönen erzeugt und verstärkt werden. Dadurch werden die nicht vorhandenen Basstöne virtuell wahrgenommen. Das Klangvolumen wird voller z.B. beim Fernsehen und Musikhören

  • Binaurale Anpassung
    Sind beide Ohren von einer Einschränkung des Hörvermögens betroffen, so werden in der Regel auch zwei Hörgeräte getragen. Wir sprechen dann von einer binauralen Anpassung. Im Gegensatz hierzu wird bei einem einseitigen Hörverlust auch nur ein Hörsystem angepasst (> monaurale Anpassung).

  • Binaurale Kopplung
    > Wireless-Technologie

  • Bluetooth-Übertragung
    Mithilfe einer Bluetooth-Schnittstelle lassen sich Hörsysteme drahtlos mit verschiedenen Geräten verbinden, z.B. mit Mobil- oder Festnetztelefonen, Fernsehgeräten, Stereoanlagen, MP3-Playern oder externen Mikrofonen. Die Nutzer genießen damit einen klaren, störungsfreien Klang, wenn Hörgeräte wegen größerer Entfernung zu Fernseher oder Musikanlage an Grenzen stoßen, und besseres Verstehen beim Telefonieren oder bei Gesprächen in lauter Umgebung. Zudem kann der Bluetooth-Adapter als Fernbedienung und als Freisprecheinrichtung beim Telefonieren benutzt werden.

  • Cross-Anpassung
    Diese Sonderform der Hörgeräteanpassung wird gewählt, wenn ein Ohr taub und das andere normal hörend oder etwas hörgeschädigt ist. Am tauben Ohr wird ein Mikrofon mit Sender getragen, am anderen Ohr ein Gerät mit Empfänger und nach Bedarf mit Verstärker. Die durch das Mikrofon aufgenommenen Signale werden per Funk oder Kabel an das noch hörende Ohr übertragen. So kann der Träger wieder besser Sprache und Geräusche hören, die ihn auf der tauben Seite erreichen.

  • Data-Learning
    Hochwertige Hörsysteme können von Ihrem Träger lernen: sie speichern, in welcher Situation der Benutzer Veränderungen der Lautstärke und des Klanges über >Fernbedienung oder Bedienung am Hörgerät selbst vornimmt. Immer wiederkehrende Veränderungen werden erkannt und die Einstellung der Hörsysteme entsprechend automatisch angepasst. Dadurch hat der Träger selbst Einfluss auf die Einstellung. Nachregeln wird mit der Zeit nicht mehr notwendig.

  • Data-Logging
    Trotz einer sorgfältigen Ersteinstellung ist im Laufe einer Hörsystemanpassung meist eine Feinanpassung notwendig. Diese richtet sich nach den Tragegewohnheiten und den Anforderungen in unterschiedlichen Hörsituationen des Trägers. Das Data-Logging, eine Speicherfunktion moderner Hörsysteme, hilft bei der individuellen Abstimmung: über diese Funktion werden Nutzungsdaten der Geräte gespeichert, wie z.B. die durchschnittliche Tragezeit pro Tag, die Verwendung der unterschiedlichen > Hörprogramme, die Häufigkeit bestimmter Hörsituationen, die Nutzung einer >Lautstärkenregelung und weitere. Nach Auswertung der Daten kann das Hörgerät feiner auf die Wünsche des Trägers abgestimmt werden.

  • Fernbedienung
    Viele Hörgeräte bieten die Option, eine Fernbedienung mit dem Hörgerät zu verbinden. So haben Hörsystemträger eine diskrete Möglichkeit die Lautstärke zu verändern oder das benützte >Hörprogramm zu wechseln.

  • FM-Anlage
    FM-Anlagen finden Verwendung z.B. in Schulen, bei Vorträgen oder in Konferenzen. Hier ist der Hörerfolg wegen der großen Entfernung zum Sprecher mit Hörgerät alleine oft nicht ausreichend. Eine FM-Anlage besteht aus einem Mikrofon mit Sender und einem Empfänger, der am Hörgerät angebracht wird. Der Sprecher spricht in das Mikrofon. Per Funk wird das Signal an den Sender und von da in das Hörgerät übertragen. Der Einfluss von störenden Umgebungsgeräuschen kann so minimiert und die Verstärkung erhöht werden. Beides verbessert das Sprachverstehen deutlich.

  • Frequenzband/Frequenzkanal
    Der gesamte Frequenzbereich, in dem ein Hörsystem arbeitet, wird durch Filter in kleine Abschnitte unterteilt, in sogenannte Kanäle oder Bänder. Diese können separat voneinander eingestellt und bearbeitet werden. Unterschiedliche Verstärkungen und Regelungen in verschiedenen Tonbereichen werden dadurch möglich.

  • Frequenzbereichsverschiebung (Hörbereichserweiterung)
    Bei sehr hohen Hörverlusten in bestimmten Frequenzbereichen, z.B. bei einem Hochtonsteilabfall, geht man davon aus, dass sogenannte „tote Zonen“ vorhanden sind. Das Ohr kann den entsprechenden Tonbereich nicht verarbeiten. Eine Verstärkung in diesem Bereich kann für den Hörgeschädigten sogar von Nachteil sein. Die Verlagerung der Signale in noch aktive Bereiche ermöglicht, dass auch Töne aus den „toten Zonen“ wieder wahrgenommen werden. Der Hörgeschädigte muss allerdings die Erkennung der so neu entstehenden akustischen Muster erlernen.

  • Hörprogramm
    Unterschiedliche Gesprächsituation im Alltag stellen unterschiedliche Anforderungen an das Hören. Über Hörprogramme hat Ihr Akustiker die Möglichkeit, zusätzlich zur normalen Programmierung mehrere Varianten für verschiedene Situationen in einem Hörgerät zu speichern, z.B. eine spezielle Einstellung zum Fernsehen, zum Telefonieren oder für Gespräche in lauter Umgebung. Wie viele Speicherplätze vorgesehen sind, hängt von der Leistungsstufe der Systeme ab.

  • Impulsschallunterdrückung
    Als Impulsschall bezeichnen wir kurze, sehr laute Geräusche, die zum Beispiel beim Geschirrklappern oder beim Zuschlagen einer Tür entstehen. Für Hörgeräteträger sind diese Geräusche besonders störend, da sie durch ein Hörgerät noch lauter werden. Durch besonders schnelle Regelungsmechanismen kann die Lautstärke solcher Geräuschspitzen automatisch reduziert werden, ohne die normale Lautstärkeneinstellung zu verändern.

  • Klangoptimierung/Soundbrilliance
    Die >Bandbreite von Hörgeräten ist durch die technischen Bauteile eingeschränkt. Moderne Hörer können aber Frequenzen bis 12kHz übertragen. Um den Klang zu optimieren, wird das Mikrofonsignal zwischen 4 und 8 kHz analysiert und in den hochfrequenten Bereich „übertragen“ z.B. durch Ergänzung von Obertönen. Dadurch wird das Klangspektrum bis 12 kHz erweitert. Da die hochfrequenten Signalanteile errechnet werden, entsteht kein zusätzliches Rückkopplungsrisiko.Vor allem bei >Bluetooth-Übertragung oder beim Musikhören ist das Klangerlebnis natürlicher und komfortabler.

  • Kompression
    Menschen mit Schädigung im Innenohr haben meist einen eingeschränkten Dynamikbereich, das heißt, sie können leise Töne nicht oder schwerer hören, Töne mittlerer Lautstärke empfinden sie genauso laut wie „Normalhörende“, und sehr laute Töne werden früher unangenehm. Ein Hörgerät muss alle eingehenden Geräusche diesem veränderten Lautheitsempfinden anpassen. Leise Töne werden deutlich mehr verstärkt als laute, der Schall wird also komprimiert.

  • Lautstärkenregelung
    Viele Hörsysteme bieten dem Träger die Möglichkeit, die Lautstärke innerhalb bestimmter Grenzen selbst je nach Bedarf oder Situation zu regulieren. Das kann über ein kleines Regelrädchen (Poti), über Taster oder Druckschalter am Hörgerät oder über eine Fernbedienung erfolgen. Vor allem bei stark schwankendem Hörvermögen, z.B. bei Diabetes oder Blutdruckschwankungen, verbessert diese Funktion den Tragekomfort.

  • Mikrofonautomatik
    Die Umschaltung von omnidirektionaler zu direktionaler Richtwirkung eines >Mikrofonsystems geschieht mit dieser Funktion automatisch, je nach dem in welcher akustischen Situation sich der Nutzer befindet (>Situationserkennung). Bei einer adaptiven Mikrofonautomatik folgt die Richtcharakteristik einer sich bewegenden Störlärmquelle und dämpft diese ab, bei einer mehrkanaligen Mikrofonautomatik können mehrere Geräuschquellen gleichzeitig gedämpft werden. Automatische Mikrofonsysteme tragen erheblich zu einem besseren Verstehen in geräuschvollem Umfeld bei.

  • Mikrofonsystem
    Bei einem Mikrofonsystem werden zwei oder mehr omnidirektionale Mikrofone zusammengeschaltet. Dadurch lassen sich unterschiedliche Aufnahmecharakteristika einfach realisieren und variieren. Im omnidirektionalen Modus wird Schall gleichmäßig aus allen Richtungen aufgenommen, im Richtmikrofonmodus wird Schall gezielt von vorne aufgenommen, aus anderen Richtungen deutlich abgeschwächt. Das erleichtert z.B. das Verstehen eines gegenübersitzenden Gesprächspartners in lauter Umgebung.

  • Monaurale Anpassung
    Ist nur ein Ohr hörgeschädigt, das andere normal hörend, reicht die Anpassung eines Hörsystems auf der eingeschränkten Seite. Wir sprechen von einer monauralen Anpassung. (vgl. >binaurale Anpassung)

  • Multikanaltechnik
    Je mehr >Frequenzbänder oder Frequenzkanäle ein Hörsystem hat, desto feiner kann es auf den Hörverlust und das Hörempfinden des Trägers abgestimmt werden. Vor allem Störgeräusche können bei einem System mit vielen Kanälen besser abgedämpft werden, ohne dass wichtige Sprachsignale ebenfalls reduziert werden.Hightech-Hörgeräte haben 10-15 Frequenzkanäle, Produktneuheiten teilweise sogar bis zu 40.

  • Otoplastik
    Die meisten Hörgeräte haben als „Anschluss“ ans Ohr ein individuell gefertigtes Ohrstück, die Otoplastik. Nach einem Silikonabdruck des Gehörgangs wird ein Ohrstück aus Kunststoff gefertigt, das passgenau im Gehörgang sitzt. Es dient zur Befestigung eines Schallschlauches oder eines Lautsprechers (Hörers) im Ohr. Neben der Schallübertragung hat es auch die Aufgabe, den Gehörgang je nach Bedarf abzudichten, damit keine Rückkopplungen entstehen. Bei Geräten, die komplett im Ohr sitzen, wird die Technik in eine individuell angepasste Schale eingebaut.

  • Pinna-Effekt
    Durch die anatomische Form der Ohrmuschel entstehen Resonanzen, die das Richtungshören unterstützen. Wir können dadurch unterscheiden, ob ein Geräusch von vorne oder von hinten auf unser Ohr trifft. Bei Hörsystemen, deren Mikrofon im Gehäuse hinter dem Ohr sitzt, wird diese Funktion der Ohrmuschel wirkungslos. Sie kann aber digital bei der Signalverarbeitung eines Hörsystems nachgebildet werden. Die Lokalisation von Schallquellen wird somit optimiert.

  • Raumklang
    Räumliches Hören funktioniert nur durch beidohriges Hören. Je nach Richtung, aus der ein Geräusch kommt, entstehen zwischen beiden Ohren kleine Differenzen der Lautstärke, der Tonzusammensetzung und des Zeitpunktes, wann ein Geräusch im Gehirn wahrgenommen wird. Durch Vergleich der beiden Höreindrücke im Hörzentrum des Gehirns können wir Schallquellen orten. Diese Fähigkeit ist notwendig für die Orientierung, aber auch für ein besseres Sprachverstehen in lauter Geräuschkulisse. Hörgeräte verändern Geräusche unterschiedlich an beiden Ohren. Für einen optimalen natürlichen Raumklang mit Hörsystemen ist es besonders wichtig, dass beide Hörsysteme durch eine drahtlose Datenübertragung ihre Signalverarbeitung miteinander koordinieren und abstimmen können (>Wireless-Technologie)

  • Rückkopplungsmanager
    Pfeiftöne durch Rückkopplungen sind lästig. Aber gerade bei Hörsystemen mit offenen Ohrstücken, die für eine gute Belüftung des Gehörganges und einen natürlichen Klang sorgen, entstehen sie besonders leicht. Um die Rückkopplungsneigung zu verringern, haben hochwertige digitale Geräte einen Rückkopplungsmanager, der verschiedene elektronische Maßnahmen steuert: Die Verstärkung wird in kritischen Tonbereichen gezielt abgesenkt. Alle verstärkten Signale werden „markiert“, so dass die Geräte Rückkopplungen von Originalsignalen unterscheiden können. Erkennt das Gerät ein Signal als Rückkopplung, so wird es durch ein gegenphasiges Signal überlagert und dadurch eliminiert. Durch eine Frequenzverschiebung der ausgehenden Signale um einen minimalen nicht hörbaren Betrag kann die Entstehung von Rückkopplungen zusätzlich verringert werden.

  • Signaltöne
    Signaltöne geben dem Hörgeräteträger wichtige Informationen bei der Bedienung. Sie können an die Wünsche des Nutzers angepasst werden. Je nach Einstellung geben Hörgeräte Signaltöne ab, wenn die Batteriespannung nachlässt, wenn das Programm gewechselt oder die Lautstärke verändert wird oder bei Verlust eines Gerätes. Das können Töne unterschiedlicher Höhe und Länge sein oder kurze Sprachansagen.

  • Situationserkennung
    Schallsignale haben eine unterschiedliche Zusammensetzung. Durch Analyse der eingehenden akustischen Signale können Hörsysteme erkennen, in welcher Hörsituation sich der Träger befindet, z.B. in einem ruhigen Raum, in lauter Umgebung, im Freien, … Mit einer darauf folgenden, automatischen Anpassung einzelner Parameter (Lautstärke, Mikrofonwirkung, >Störgeräuschabsenkung) oder durch automatische Programmumschaltung des Hörsystems kann der Hörerfolg in vielen Situationen deutlich verbessert werden.

  • Spracherkennung
    Menschliche Sprache hat typische akustische Merkmale: anhand harmonischer Obertöne der Vokale (Formanten) und anhand der charakteristischen Modulationsfrequenz kann ein Sprachsignal bei einer Schallanalyse durch ein Hörgerät als solches erkannt werden. Diese Funktion ist Grundlage für die Verbesserung des Sprachverstehens in schwierigen Hörsituationen. >Sprachhervorhebung

  • Sprachhervorhebung
    Durch >Spracherkennung bei der Schallanalyse kann ein modernes Hörsystem Sprache von störenden Nebengeräuschen differenzieren. Umgebungslärm wird daraufhin abgesenkt und Sprache deutlich über den Geräuschpegel hervorgehoben.

  • Störgeräuschabsenkung
    Menschen mit einer Hörschädigung haben gerade in Situationen mit viel Störlärm große Schwierigkeiten, Gespräche zu verstehen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass gute Hörsysteme die Auswirkungen von Störgeräuschen minimieren. Das kann durch den Einsatz eines >Mikrofonsystems, eines >Wiener Filters und durch eine gezielte Reduzierung der Verstärkung bestimmter >Frequenzkanäle erfolgen. Je nach Leistungsklasse eines Hörgerätes kann eine Störgeräuschabsenkung unterschiedlich fein, voll automatisch oder durch Verwendung verschiedener >Hörprogramme erfolgen.

  • Tinnitus-Noiser
    Chronische Ohrgeräusche können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Besonders in Ruhe sind sie lästig. Um vom eigenen Ohrgeräusch abzulenken tragen Tinnitus-Patienten sogenannte Noiser. Das sind kleine Geräte, die ein leises Rauschsignal generieren. Frequenzzusammensetzung und Lautstärke des Signals sind variabel einstellbar. Es wird leiser als der eigene Tinnituston eingestellt, so dass es der Träger gerade hört. Das Gehirn konzentriert sich auf das leise Rauschen und nimmt dadurch den Tinnitus weniger wahr. Diese Funktion gibt es als reine Noiser-Geräte oder kombiniert als verstärkende Hörgeräte mit Noiser-Funktion.

  • T-Spule
    In manchen Hörsystemen sind kleine Spulen eingebaut. Diese elektrischen Bauteile reagieren auf elektromagnetische Induktion. Von Telefonen, deren Hörer ein Magnetfeld erzeugen, wird im Hörgerät eine Signalspannung erzeugt, das Telefongespräch wird so in das Hörgerät übertragen. Die Umschaltung des Hörgeräts in den Telefonmodus kann automatisch erfolgen, wenn am Telefonhörer ein kleiner Klebemagnet angebracht wird. In vielen öffentlichen Räumen wie Kinos, Theater oder Kirchen gibt es Sitzplätze, in deren Bereich ein künstlich angelegtes induktives Magnetfeld die Übertragung der Lautsprecheranlage direkt in Hörgeräte mit T-Spule ermöglicht. Hörgeschädigte können damit dem Programm besser folgen.

  • Wiener Filter
    Die Bezeichnung Wiener Filter geht auf einen seiner Erfinder, Norbert Wiener, zurück. Es ist ein adaptiver Signalfilter, der sich in Sprachpausen auf störende Geräusche einstellt und diese abdämpft. Damit kann auch eine Störgeräuschabsenkung erreicht werden, wenn das Störsignal im gleichen Frequenzbereich wie das Nutzsignal liegt.

  • Windgeräuschreduzierung
    Bei Hörgeräten, die hinter dem Ohr getragen werden, kommt es zu unangenehmem Rauschen, wenn Wind über die Hörgerätemikrofone streicht. Hörgeräte mit >Mikrofonsystem können durch Vergleich der an beiden Mikrofonen eingehenden Signale erkennen, ob es sich um Geräusche handelt, die durch Windverwirbelungen an den Mikrofonmembranen entstehen, und diese gezielt reduzieren.

  • Wireless-Technologie
    Zwischen zwei Hörgeräten einer >binauralen Anpassung kann bei entsprechender technischer Ausstattung eine drahtlose Datenverbindung hergestellt werden. Das Hörgerätepaar tauscht damit permanent Daten der Signalerkennung und –verarbeitung aus. Lautstärke- und Programmänderungen, Mikrofonmodi und Funktionen der >Störgeräuschabsenkung oder des >Rückkopplungsmanagers werden zwischen beiden Hörgeräten aufeinander abgestimmt. Die Bedienung wird dadurch einfacher, die Funktionen arbeiten auf beiden Seiten synchron und bei besonders hoch entwickelten Systemen ist damit ein optimierter >Raumklang nach dem Prinzip des natürlichen räumlichen Hörens realisierbar.

  • Zink-Luft-Batterie
    Zink-Luft-Batterien sind die gängige Stromquelle für Hörgeräte. Zink reagiert bei diesen Batterien mit Sauerstoff. Sie werden als Knopfzellen in unterschiedlichen Größen angeboten und bieten eine hohe Energiedichte in Relation zur Größe. Im Neuzustand ist die Eintrittsöffnung für Sauerstoff mit einem Klebeetikett versiegelt. Erst nach Entfernen des Etiketts wird die Batterie aktiviert. Zur besseren Erkennung der passenden Batteriegröße haben die Etiketten unterschiedliche Farben.


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