Wie kommt es zur Schwerhörigkeit?

Wird der Weg des Schalls durch das Ohr durch krankhafte Veränderungen gestört, so bezeichnen wir das als Hörverlust oder Schwerhörigkeit.
Wir unterscheiden Schwerhörigkeiten nach dem Ort der Schädigung im Ohr:

Schädigungen im Mittelohr (Schallleitungsschäden):

Entweder das Trommelfell oder die Gehörknöchelchen übertragen den Schall nicht korrekt.
Dadurch werden Töne und Geräusche leiser als normal wahrgenommen. Ursache hierfür können Verwachsungen oder Vernarbungen an Trommelfell oder Gehörknöchelchen sein, aber auch Erkrankungen wie zum Beispiel eine Mittelohrentzündung.
Je nach Ursache kann die Wahrnehmung nur tiefer Töne, nur hoher Töne oder des gesamten Tonbereiches betroffen sein.
Eine Schädigung im Mittelohr kann oftmals durch eine Operation behoben werden. Andernfalls lassen sich diese Hörverluste gut durch einfache Hörgeräte ausgleichen.

Schädigungen im Innenohr oder in der Hörnervenbahn (Schallempfindungsschäden)

Ist die Funktion der Haarsinneszellen beeinträchtigt, so können Klänge nicht mehr originalgetreu wahrgenommen werden. Leise Töne und Geräusche werden gar nicht oder viel zu leise gehört, während laute Töne und Geräusche schnell als zu laut und unangenehm empfunden werden.
Auch hier können je nach Ursache der Hörschädigung verschiedene Tonbereiche betroffen sein.
Die häufigste Form einer Innenohrschwerhörigkeit ist die sogenannte Altersschwerhörigkeit, die bereits ab dem 50. Lebensjahr auftreten kann. Hohe Töne sind stärker betroffen als tiefe Töne. Das beeinträchtigt vor allem das Sprachverstehen bei Hintergrundgeräuschen erheblich. Das Resultat ist: Betroffene hören zwar, aber verstehen nicht.
Weitere Ursachen für Innenohrschäden können Lärmeinwirkung, Hörsturz, schädliche Einwirkung von Medikamenten oder Drogen, erblich bedingte Defekte oder entzündliche Erkrankungen sein.
Bei einer Schädigung des Hörnerven z.B. durch Tumore kann die Hörempfindung nicht oder nur eingeschränkt an das Gehirn übertragen werden.
Mit einem modernen Hörgerät können die Auswirkungen eines Innenohrschadens meist gut ausgeglichen werden.

Kombinierte Schwerhörigkeiten

Schallleitungs- und Schallempfindungsschäden können auch in kombinierter Form auftreten. Hier stellt ein individuell angepasstes Hörsystem eine wirksame Abhilfe dar.
Eine weitere Einteilung der vorkommenden Hörschädigungen erfolgt nach dem Grad der Schädigung in gering, mittelgradig, hochgradig und an Taubheit grenzend. In den meisten Fällen können auch bei sehr hohen Einschränkungen des Hörvermögens moderne Hörsysteme zu einem guten Sprachverstehen verhelfen. Bei Menschen, deren Innenohr extrem stark geschädigt ist, deren Hörnerv jedoch intakt ist und die mit der bestmöglichen Hörsystemanpassung trotzdem nur ein unzufriedenstellendes Sprachverstehen erreichen, besteht die Möglichkeit der Implantation eines Cochleaimplantates.
Grundsätzlich gilt: Je früher desto besser!
Wenn Sie Probleme mit dem Hören haben, sollten Sie nicht zu viel Zeit verlieren. Je eher Sie etwas dagegen tun, desto größer sind die Erfolgschancen.
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